„Baumrecht schlägt Baurecht“? – Hoffnungsvolle Anträge der BA’s

Liebe Nachbarn,

Dankenswerterweise hat Herr Wolfram von der SZ unter dem Titel „Mit vereinten Kräften“ die Antrags-Offensive der Münchner Bezirksausschüsse zur Stärkung des Baumschutzes kürzlich beschrieben und die wichtigsten Inhalte zusammengefasst:

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/fuerstenried-mit-vereinten-kraeften-1.3382878

Auch 2017 weist die Liste beantragter oder erfolgter Fällungen weist bereits eine beängstigende Länge auf. „Man kommt mit den Kontrollen und Ortsterminen kaum noch nach“, stöhnt Jürgen Gerhards (SPD), Baumschutzbeauftragter des Bezirksausschusses (BA).

Die wichtigste Aussage aus dem erwähnten Bündel von 21 Anträgen: Ein Scheitern aus Personal-/Geldmangel „wollten die BA-Mitglieder nicht gelten lassen: Die Stadt soll sich gefälligst anstrengen, es gehe schließlich um einen elementaren Akt kommunaler Daseinsvorsorge.“ Die Vorsorge wird mit der Wasser- und Stromversorgung verglichen.

Im Einzelnen fordern unsere Bezirksausschüsse, um den weiteren Verlust von Bäumen im Stadtgebiet endlich zu stoppen.:

  • ein Nachhaltiges Baummanagement mit einem Masterplan,
  • lückenlosen, standortnahen Ersatz gefällter oder abgestorbener Bäume, d.h. Ausgleichspflanzungen sollen innerhalb des jeweiligen Stadtviertels erfolgen und nicht „im Umland“,
  • ein Baumkataster (in München sind nur Stadtbäume nur vereinzelt erfasst)
  • eine Pflanzvorgabe: „verbindliche Ausweisung von Bäumen bei Neubauvorhaben, analog den Stellplatzvorgaben für Kraftfahrzeuge“,
  • Erhaltungssatzungen „um gewisse private Grünflächen komplett vor einer Bebauung zu schützen.“,
  • Verbesserung von Unterstützungsangebote zum Erhalt privater Bäume (Pflegeaufwand ist häufig höher als Fällung!),
  • Ausgleichszahlung sollten drastisch erhöht werden

    Wenn beispielsweise in Solln ein uralter Baumriese umgesägt wird und dafür eine Pauschale von 750 Euro anfällt, widerspreche dies heute schon der geltenden Baumschutzverordnung. In Zukunft sei zunächst der „Wert eines Baumes in all seinen Facetten“ zu ermitteln und dann erst die Höhe eines finanziellen Ausgleichs zu beziffern.

  • intensivere Kontrolle der und Ahndung bei Verstößen gegen die Ersatzpflanzungspflicht

Hoffen wir, dass bald vieles davon in der Stadt umgesetzt wird und nicht im Stadtrat monatelanges Verschieben der Anträge stattfindet! Sonst geht der Baum- und Grünschwund nach dem Motto Baurecht vor Baumrecht zügig weiter – auch wenn ein altes Baumriesen-Biotop einer Garage für die Luxusautos weichen muss…

Zum Glück: „der Stadtbezirk 19 einer seiner eifrigsten Verfechter. Bereits beschlossen ist, die Forderungen des Papiers fast lückenlos zu übernehmen.“ Herr Gerhards, Chef-Baumschützer unseres BA19 ist maßgeblich am Entstehen der „Pro-Baum-Anträge“ beteiligt und erklärte auf der letzten BA-Sitzung vom 7. Februar, dass das Papier aufgrund einer Workshop-Initiative des Bund Naturschutz von den BA-Mitgliedern aus ganz München erarbeitet wurde; das war auch in der SZ nachzulesen „grüner Masterplan“ am 23. Jan:

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/baumschutz-initiative-gruener-masterplan-1.3344046

Auch der BA-Pasing schließt sich dem an, hier noch ein SZ-Artikel zu Verabschiedung des Papiers dort:

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-hoechste-zeit-1.3357393

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