BVK veröffentlicht grünere Baumkarte

Liebe Nachbarn,

es gibt erfreuliche Nachrichten zum Gesundheitszustand der Bäume unseres Grünbereichs. Die aktualisierten Daten wurden dankenswerterweise letzte Woche von der BVK anstelle  der alten Baumliste und Baumbestandspläne ins Netz gestellt. Für diesen positiven Schritt der zusätzlichen Bewertung, der Veröffentlichung vor der Ausstellung der Architektenwettbewerbsergebnisse und auch der guten Kommunikation mit dem Projektleiter, Herrn Mauerer, möchten wir uns ausdrücklich bedanken.

Wie wir am 15.07.2016 berichtet hatten, fand die Bestandsaufnahme der Bäume 2015 am Ende eines sehr trockenen Sommers statt. Meine Kritik daran hatte Erfolg und nach längerem Dialog veranlasste Herr Mauerer eine zusätzliche Bewertung am 16.9.2016.

Ergebnisse der Neubewertung

Insgesamt wurden auf der Webseite der BVK drei neue Dokumente veröffentlicht:

Auf der neuen Bewertungsliste sind die überprüften Daten mit hellblau eingetragen. Daran ist erkennbar, dass im „Planteil Nord“ ca. 100 Bäume neu bewertet wurden. Im viel kleineren „Planteil Süd waren es nur ca. 10 Bäume. Die meisten dieser Bäume wurden hochgestuft auf sehr erhaltenswert (=1) oder erhaltenswert (=2). Auf dem Planteil Nord ist am Westrand nun insgesamt ein deutlich grün-gelberes Bild entstanden.

Im Großen und Ganzen eine deutliche Verbesserung…

20161009-verbesserung-baumgalerieDank des regenreichen und warmen Frühjahrs/Sommers 2016 geht es allen Bäumen wieder besser – auch den Birken. Man beachte dazu auch den hellblauen Text am Ende der Baumliste, siehe unten.

Auch die von mir beanstandeten Bäume wurden neu bewertet und vielfach Begründungen ergänzt, warum kein „sehr erhaltenswert“ (=grün) vorliegt. Damit liegen – meiner Meinung nach – größtenteils korrekte Daten vor.

Als Beispiel hier rechts in der 1. Abbildung das „Hainbuchen-Ahorn-Wäldchen“ nördlich des 15-stöckigen Hochhauses in Appenzeller Straße 107.

Ansonsten ist noch bemerkenswert:

  • Die vielen Pappeln – wichtig für die Vogelwelt – werden vermutlich wegen ihres hohen Alters  leider nur mit erhaltenswert bewertet
  • Viele Ahorne, Hainbuchen und Zuckerahorne sind jetzt aber sehr erhaltenswert
  • Auch die Bäume aus unserer Baumgalerie vom Mai 2016 sind größtenteils aufgewertet

…mit Luft nach oben

20161009 Noch immer bedingt erhaltenswerte BirkenLeider gibt es aber auch einen Wermutstropfen: Die Birken, deren verbesserter Zustand am Ende der Baumliste erwähnt wird, sind leider nur in ein paar Einzelfällen neu bewertet worden – möglicherweise nur aus Zeitgründen. Siehe Abbildung 2 hier rechts.

Das Gros der Birken im Plangebiet ist immer noch bedingt erhaltenswert (!) eingetragen. Speziell im straßennahen Bereich der Appenzeller Straße ist der Plan folglich veraltet und zeigt den Zustand vom  Ausnahmeherbst 2015. Mein Hinweis, wie gut der Zustand der Birken im Sommer war und noch ist, ging in die Neubewertung leider nicht mehr ein. In Zusammenarbeit mit dem BA19 werden wir noch auf eine Korrektur der Daten – gerade im Bereich der Appenzeller Straße – hinarbeiten.

Fazit

IMG_0943Als Fazit schließe ich mich gerne der Aussage des Gutachters (siehe nächster Abschnitt) an:

Baumarten der Weichholzaue (Pappeln, Weiden), sowie etliche Birken, Ahorn, Linden und Hainbuchen zeigten sich deutlich in einem vitaleren Zustand (dichte Krone, kaum Vergilbungen und Blattnekrosen, Triebneubildung).“ Der schlechtere Zustand der Steinweichseln und Zierkirschen wird begründet und ist auch für den Laien erkennbar.

Offen und dringend erforderlich ist eine Nachbewertung der Birken, die nahezu alle noch veraltet mit bedingt erhaltenswert eingetragen sind – das ist besonders auffällig für die Appenzeller Straße wie oben gezeigt.

Wünschenswert wären noch ergänzende Begründungen in der Baumliste: besonders die Pappeln, aber auch für etliche andere Einzelbäume, bei denen noch nicht klar erkennbar ist, warum sie nicht „sehr erhaltenswert“ sind.

 Einschätzung des Gutachters

Wie gesagt, konnte auch der Gutachter zu einer verbesserten Einschätzung gelangen (diesen Text finden Sie im Original am Ende der Baumliste):

Aufgrund der extrem trockenen Witterung in 2015 wiesen viele Baumarten (v. a. Weichholzbaumarten) Trockenheitsschäden auf. Inwieweit die trockene Vegetationsperiode 2015 Auswirkungen auf die Vitalität der Gehölze hatte, sollte in einer weiteren Begehung 2016 nochmals überprüft werden.

Folgendes wurde bei der erneuten Begehung festgestellt und in der Baumbestandsbewertung berücksichtigt:

  • Baumarten der Weichholzaue (Pappeln, Weiden), sowie etliche Birken, Ahorn, Linden und Hainbuchen zeigten sich deutlich in einem vitaleren Zustand (dichte Krone, kaum Vergilbungen und Blattnekrosen, Triebneubildung)
  • Bei einigen gezüchteten Baumarten (im Untersuchungsgebiet v. a. Rotlaubiger Ahorn und Japanische Zierkirschen) war eine eingeschränkte Vitalität (starke Vergreisungserscheinungen, unzureichender Wundverschluss) festzustellen. Vor allem bei den Zierkirschen ist dies auch auf eine kurze Lebensdauer zurückzuführen, weshalb die Bäume auch als bedingt erhaltenswert eingestuft wurden.
  • Kaum Veränderungen war bei den Straßenbäumen festzustellen. Der z. T. schlechte Zustand der Gehölze lässt sich hier auf den extremen Standort (wenig Durchwurzelungsraum, Bodenversiegelung, hohe thermische Belastung, Stoffeinträge) zurückführen. Baumschutzmaßnahmen wurden nicht durchgeführt.
  • Fast alle Steinweichseln zeigten sich in einem schlechteren Zustand als 2015. Trotz der ökologischen Bedeutung dieser Gehölze sind sie aufgrund Ihrer Wuchsform (mehr strauch- als baumförmig trotz stattlicher Größe) nur bedingt für den Siedlungsbereich geeignet.

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